Verschiedene Farben, gemeinsame Druckfarben

Ein anderer wichtiger Aspekt beim Überdrucken ist das Konzept der so genannten "gemeinsamen Druckfarben", d. h. der Druckfarben, die Hintergrund- und Vordergrundobjekte "gemeinsam" haben. Man spricht über Druckfarben, nicht über Farben, weil das Überdrucken und Aussparen nur beim Druck von Belang sind, also nicht bei der Anzeige von PDF-Dokumenten auf dem Bildschirm.

Das Prinzip ist wie folgt: Wenn gemeinsame Druckfarben vorhanden sind, haben die Vordergrund-Druckfarben Vorrang, selbst wenn ihr Tonwert geringer als der entsprechende Tonwert der Hintergrund-Druckfarbe ist.

Angenommen, Sie haben ein CMYK-Objekt auf Überdrucken auf einem Hintergrund mit einer Schmuckfarbe eingestellt. Diese Druckfarben haben die folgenden Werte:

Druckfarbe

Hintergrundobjekt

Vordergrundobjekt

Cyan

 

100 %

Magenta

 

0 %

Gelb

 

0 %

Schwarz

 

0 %

Rot

100 %

 

Es sind keine gemeinsamen Druckfarben vorhanden, weil in dem Schmuckfarben-Hintergrund keine Werte für Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz angegeben sind. Und wenn in keinem Objekt Farben angegeben sind, können sie auch nicht gemeinsam sein. Dabei bedeutet nicht angegeben nicht das Gleiche wie 0 %. Demzufolge wird die Vordergrund-Druckfarbe Cyan über der Schmuckfarbe Rot im Hintergrund gedruckt. Die daraus resultierende Farbe im Überschneidungsbereich hat die folgenden Werte:



C: 100 %

M:  0 %

Y: 0 %

K: 0 %

Schmuckfarbe: Rot

Nun wandeln Sie die Schmuckfarbe Rot im Hintergrund in CMYK mit den folgenden Tonwerten um:

Druckfarbe

Hintergrundobjekt

Cyan

0 %

Magenta

100 %

Gelb

100 %

Schwarz

0 %

Die daraus resultierende Farbe im Überschneidungsbereich hat die folgenden Werte:



C: 100 %

M:  0 %

Y: 0 %

K: 0 %

Das Cyan-Objekt im Vordergrund wurde zwar auf Überdrucken eingestellt, doch das Magenta und Gelb im Hintergrund werden trotzdem ausgespart. Verwirrt? Denken Sie an das Grundprinzip: Wenn gemeinsame Druckfarben vorhanden sind, haben die Vordergrund-Druckfarben Vorrang, selbst wenn ihr Tonwert geringer als der entsprechende Tonwert der Hintergrund-Druckfarbe ist und selbst wenn dieser Tonwert gleich Null ist.

Hier sehen Sie die Tonwerte aus dem Beispiel oben, in einer Tabelle zusammengefasst:

Druckfarbe

Hintergrundobjekt

Vordergrundobjekt

Resultierende Farbe

Cyan

0 %

100 %

100 %

Magenta

100 %

0 %

0 %

Gelb

100 %

0 %

0 %

Schwarz

0 %

0 %

0 %

Sehen Sie, was geschehen ist? Jetzt sind alle Druckfarben gemeinsam, selbst wenn sie einen Tonwert von 0 % haben. Da die Vordergrund-Druckfarben Vorrang haben, werden Magenta und Cyan des Vordergrundobjekts mit ihrem Tonwert von 0 % verwendet, also nicht die 100 % des Hintergrunds.